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Freitag, 20. November 2020 11:13 Uhr

Mitgliederversammlung der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.: Vorstandswechsel, Corona und Einschnitte in der Flüchtlingsberatung

Leitungswechsel: Vanessa Kamphemann (l.) tritt am 1. Januar 2021 die Nachfolge von Jutta Vormberg als Vorstand und Geschäftsführerin der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. an.

Kreis Paderborn/Kreis Höxter (red). Der zum 1. Januar 2021 anstehende Vorstandswechsel und die Arbeit des Wohlfahrtsverbandes der Evangelischen Kirche in der Corona-Pandemie waren einige der Themen der Mitgliederversammlung der Diakonie-Paderborn-Höxter e.V., die in diesem Jahr digital stattfand. 

„Wir sind all die Jahre sehr glücklich mit Jutta Vormberg gewesen“, betonte Nelo Thies, stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Diakonie in Vertretung des erkrankten Superintendenten Volker Neuhoff. „Ich habe die Aufgabe sehr gerne gemacht, aber nun steht für mich ein beruflicher Wechsel an“, erklärte Jutta Vormberg, die nach 31 Jahren bei der Diakonie, 25 Jahren in der Geschäftsführung und 17 Jahren als Vorstand zum Jahresende ausscheidet. Synodalassessor Gunnar Wirth überbrachte den Dank von Superintendent Neuhoff an Jutta Vormberg für die vielen Jahre, in denen sie Aufbauarbeit für die Diakonie geleistet habe. Dazu gehört unter anderem die Gründung des Diakonie-Vereins im November 1998, die Vormberg maßgeblich mitverantwortet hat. 

Ab 1. Januar 2021 wird Vanessa Kamphemann, stellvertretende Geschäftsführerin und Standortleiterin in Paderborn, die Diakonie Paderborn-Höxter e.V. als Vorstand und Geschäftsführerin vertreten. Das hat der Verwaltungsrat der Diakonie in seiner letzten Sitzung entschieden. Superintendent Neuhoff freue sich auf die Zusammenarbeit und darüber, dass Vanessa Kamphemann bereit sei, sich den großen Herausforderungen zu stellen, vor denen die Diakonie stehe, sagte Synodalassessor Wirth. Kamphemanns Dank gilt dem Verwaltungsrat für das in sie gesetzte Vertrauen. „Ich freue mich natürlich sehr über die Entscheidung des Verwaltungsrates und weiß auch um die Bedeutung der Position.“ 

Die Diakonie habe in den letzten Jahren intensiv daran gearbeitet, sich als Marke zu stärken und Prioritäten neu zu setzen, sagte Jutta Vormberg in ihrem letzten Bericht für die Mitgliederversammlung. Mitten in diesen Veränderungsprozess platzte die Corona-Krise. „Wir sind trotz Corona weiter für die Menschen da und können durch ein Hygienekonzept den Kontakt zu den Ratsuchenden halten“, betonte Vormberg. Es habe zudem einen Digitalisierungsschub gegeben, und über Beratungsangebote per Telefon und Email würden auch neue Menschen erreicht.

Eine einschneidende Veränderung in der Arbeit für Geflüchtete ist die Beendigung der Verfahrensberatung und des Beschwerdemanagements in den Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) des Landes NRW in Bad Driburg und Borgentreich sowie der Ausreise- und Perspektivberatung in den Kreisen Paderborn und Höxter zum Jahresende. Grund sind veränderte Förderrichtlinien des Landes NRW: Die dann nötigen Eigenmittel (60.000 Euro) kann die Diakonie nicht aufbringen. Fortgesetzt werde aber die regionale Flüchtlingsberatung in einzelnen Kommunen, informierte Vormberg. Einen Hoffnungsschimmer gibt es für die Psychosoziale Erstberatung in der ZUE Borgentreich, die von der Diakonie als Modellprojekt initiiert worden war. „Viele Gespräche mit der Politik und dem Ministerium haben zu einem positiven Ergebnis geführt. Die Diakonie wird sich doch bewerben, um das Projekt fortzusetzen“, so Vormberg.

Die Diakonie werde außerdem ihre Integrationsarbeit intensivieren und in Höxter eine Antidiskriminierungsstelle einrichten sowie in Paderborn in die Quartiersarbeit im Riemekeviertel einsteigen, benannte Vormberg weitere Entwicklungen. Als „zwischen Hoffen und Bangen“ beschrieb sie die Aussichten für die Psychosoziale Krebsberatung. Zwar seien die gesetzlichen Krankenkassen nach jahrelangem Kampf nun verpflichtet, 40 Prozent der Kosten zu finanzieren, aber 60 Prozent seien noch nicht ausreichend gesichert.

Zur Person Vanessa Kamphermann

Die 33-jährige Sozial- und Heilpädagogin Vanessa Kamphemann ist seit Oktober 2018 als stellvertretende Geschäftsführerin und Standortleiterin bei der Diakonie in Paderborn tätig. Als Vorstand und Geschäftsführerin wird sie die Diakonie in politischen Gremien vertreten und als Bindeglied zwischen Kirche und Diakonie für ein vernetztes Miteinander sorgen. Nach ihrem Studium an der Fachhochschule des Mittelstandes im Bereich Sozialmanagement sammelte Kamphemann bereits weitere Führungserfahrungen außerhalb der Diakonie als Leitung eines Familienzentrums.

Die zukünftige Diakonie-Geschäftsführerin möchte in ihrer neuen Leitungsfunktion anknüpfen an das bewährte Wirken der vergangenen Jahre. Ein besonderer Schwerpunkt soll zukünftig die Vernetzung der einzelnen Arbeitsbereiche sein, um Kräfte zu bündeln. Dazu wolle sie in den nächsten Monaten mit allen Beteiligten in Gespräche gehen, so Kamphemann. Ihr grundsätzliches Ziel sei Weiterentwicklung und Ausbau der Diakonie.

„Das neue Amt bedeutet viel Verantwortung, ist aber auch eine schöne und erfüllende Aufgabe. Nah dran sein an den Menschen und gemeinsam Lösungen suchen, mit Kirchengemeinden zusammenarbeiten - all das gehört für mich zur Identität der Diakonie“, erklärte Kamphemann, die sich nun auf die neuen Herausforderungen freut.

Foto: Diakonie/Oliver Claes

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